Vielfalt denken, Vernetzung leben: Die MathematikdidaktikerInnen der FAU zu Besuch auf der GDM-Jahrestagung 2026

Mitglieder der FAU Mathematikdidaktik, Foto aufgenommen auf der GDM 2026

Was machen die WissenschaftlerInnen der FAU eigentlich in den „Semesterferien“? In der vorlesungsfreien Zeit finden häufig wissenschaftliche Tagungen statt. Für uns in der Mathematikdidaktik ist zum Beispiel die Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) ein wichtiger Termin im Frühjahr. Dieses Jahr fand sie vom 02. bis 06. März 2026 unter dem Motto „Forschen in Vielfalt zwischen Bergen und Tälern“ an der Bergischen Universität Wuppertal statt. Die GDM-Tagung gilt als größte nationale wissenschaftliche Konferenz zum Lehren und Lernen von Mathematik und bietet Forschenden aus der Mathematikdidaktik eine zentrale Plattform für den wissenschaftlichen Austausch. Sie wurde in diesem Jahr bereits zum 59. Mal ausgerichtet.

Wichtig sind diese Tagungen, weil sie die vielfältigen mathematikdidaktischen Forschungsansätze zusammenbringen, Gelegenheit zum Vorstellen eigener Arbeiten bieten und neue Impulse liefern. Dies zeigt sich in zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen, Diskussionsforen, Posterpräsentationen und themenspezifischen Minisymposien, etwa zur Professionalisierung von Lehrkräften (Organisation: Prof. Lindmeier).

Wie jedes Mal fand bereits einen Tag vor der Haupttagung der Nachwuchstag der GDM statt. Das Programm richtet sich gezielt an junge WissenschaftlerInnen, unterstützt sie beispielsweise durch Workshops und bereitet auf das wissenschaftliche Arbeiten vor. Für den neuesten wissenschaftlichen Nachwuchs am Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik der FAU, Chia Kiesel und Sascha Lässig, bot der Nachwuchstag in diesem Jahr eine gute Gelegenheit, erste Eindrücke von der Tagung zu gewinnen und Kontakte in der Community zu knüpfen. In Workshops zu promotionsrelevanten Themen sowie im Austausch mit weiteren NachwuchswissenschaftlerInnen konnten sie vielfältige Anregungen für ihren weiteren Weg in der mathematikdidaktischen Forschung mitnehmen.

Im Rahmen der Haupttagung konnte die FAU-Forschungsgruppe des Lehrstuhls für Didaktik der Mathematik ihre eigenen Forschungsinteressen mit aktuellen Entwicklungen im Feld in Beziehung setzen, ihre Arbeit in eigenen Beiträgen der Fachcommunity vorstellen und darüber diskutieren.

So präsentierte Chia Kiesel in einem Minisymposium mit dem Schwerpunkt fachliche Kompetenzen von Lehramtsstudierenden Ergebnisse einer Eingangsuntersuchung aus dem Projekt Re:Math. Sie fokussierte die Ausprägung von motivationalen und affektiven Merkmalen in der Studieneingangsphase Mathematik im Vergleich zwischen Lehramts- und Hauptfachstudierenden. Sascha Lässig gab im Rahmen der Postersession Einblicke in seine Arbeit im Projekt PerformA, in dem er sich mit der Frage, wie kognitiv aktivierend angehende Lehrkräfte den Grenzwertbegriff in Unterrichtssimulationen vermitteln, beschäftigte.

Carina Albu berichtete in einem Minisymposium über Ergebnisse einer Teilstudie des Projekts ELMaWi-Transfer, die sich auf zentrale Lernmechanismen konzentriert, die den Übergang von deklarativem Wissen zu handlungsbezogenen Kompetenzen unterstützen. Karsten Evers stellte in einem Einzelvortrag ein Kategoriensystem zur Diagnostik von Äquivalenzrelationen vor, das Verständnisprofile erfasst und Rückschlüsse auf kognitive Prozesse im Begriffsaufbau ermöglicht. Und Josephine Paul gab in einem Minisymposium Einblicke aus dem TaiGer Noticing-Projekt, indem sie über die Nutzung von Textvignetten zur validen Messung von Teacher Noticing im interkulturellen Kontext berichtete. Dabei nahm sie unterschiedliche Auffassungen von hoher Unterrichtsqualität in Deutschland und Taiwan in den Blick.

Mit rund 700 Teilnehmenden bot diese Jahrestagung eine zentrale Plattform für den wissenschaftlichen Austausch der Community und ermöglichte den fachlichen Dialog, die Vernetzung sowie Diskussion zukünftiger Entwicklungen der mathematischen Bildung. Besonders eindrücklich war für den wissenschaftlichen Nachwuchs unserer Arbeitsgruppe die große inhaltliche und methodische Bandbreite der Beiträge: Von qualitativ-rekonstruktiven Studien über Design-Based Research bis hin zu quantitativ angelegten Untersuchungen wurde ein breites Spektrum an Forschungszugängen sichtbar. Auffällig war zudem die thematische Vielfalt der in den Beiträgen aufgegriffenen Bildungsphasen. Während sich die Forschungsarbeit an unserem Lehrstuhl beispielweise dem Lehren und Lernen von Mathematik am Übergang zwischen Schule und Hochschule widmet, wurden auf der Tagung auch Bildungsbereiche wie etwa der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule in den Blick genommen. Diese Perspektive eröffnet unserem Team neue und anregende Einblicke in die mathematikdidaktische Forschung und zugleich weiterführende Impulse für die eigene Arbeit.

Der Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik der FAU bedankt sich sehr herzlich beim gesamten Team der Bergischen Universität Wuppertal für die gute Organisation und gelungene Austragung der 59. GDM-Jahrestagung. Die GDM-Tagung ist übrigens nicht die einzige Tagung, auf der die Mathematikdidaktik der FAU regelmäßig vertreten ist. Kommen Sie gerne wieder vorbei und lesen Sie von unseren Erfahrungen im wissenschaftlichen Austausch.

Bericht: Chia Kiesel und Sascha Lässig